Indien ist immer eine Reise wert

 

Kap.1 Weihnachten in Goa

 

1.1  Von Wien nach Delhi

 

Da ich bei der Urlaubsplanung die Schulpflicht meiner Kinder  berücksichtigen musste, konnte ich nur in den Ferien mit der ganzen Familie verreisen. So beschlossen wir die Weihnachtsferien zu nützen, dieses mal, um Goa zu besuchen. In Europa ist die Zeit vor Weihnachten, eigentlich schon ab Ende November, die geschäftigste Zeit des Jahres, wo am meisten Business gemacht wird.  

Noch gehetzt vom vorweihnachtlichen Stress und Hunde müde war ich zusammen mit meinen Kindern am Flughafen angelangt. Nach all den Sicherheitskontrollen, Gepäckkontrollen, Passkontrollen, Boarding Pass Kontrollen waren wir froh, als wir endlich im Flugzeug saßen. "Endlich geschafft", dachte ich. Aber meine Freude für den bevorstehenden Urlaub währte nicht lange, denn eine Stewardess kam zu mir und forderte mich auf, das Flugzeug, zusammen mit meinen Kindern, wieder zu verlassen.

GEHEN SIE ZURÜCK ZUM START UND NICHT ÜBER LOS!

"Was war passiert? Gab es Probleme mit den Tickets?", tausende Fragen schossen mir durch den Kopf während wir der Flugbegleiterin folgten und  wieder aus stiegen.

Die freundliche Stewardess geleitete uns zurück, wieder durch alle Sicherheitskontrollen, zum Boardingschalter der Airline. Dort erfuhren wir, dass es eine Überbuchung bei unserem Anschlussflug gegeben hatte und man sich seitens der Airline dazu entschlossen hatte, uns auf einen Direktflug mit einer besseren und auch teureren Airline umzubuchen, ohne Aufzahlung versteht sich, aber sehr eigenmächtig, wie ich fand. Neben den verbalen Entschuldigungen der verwunderten Stewardess erhielten wir noch Bons für Speisen und Getränke, um die Wartezeit auf den Direktflug etwas erträglicher für uns zu machen. Wir hatten alle zwar kaum geschlafen und waren schon seit 4h30 Früh unterwegs, dennoch ertrugen wir alle die uns aufgezwungene Wartezeit mit beinahe buddhistischer Gelassenheit.

Und so waren die 4 Std Wartezeit im Nu vorbei und wir flogen endlich Richtung Indien.

Es hatte sich nun ergeben, dass durch das eigenmächtige Handeln der Airline der Flug um einiges besser war, als jener, für welchen wir bezahlt hatten. Wir flogen in einer großen Maschine, die genügen Platz für die Beine bot und hatten außerdem ein "first class" Essen. Natürlich war auch der Service auf diesem wesentlich teureren Flug um Klassen besser als in der "Holzklasse"..

Dank der Airline, die uns zu diesem Direktflug genötigt hatte, war es ein entspannter und stressfreier Flug, obwohl ich mit zwei Jungs und einem Baby unterwegs war. Ich trat diese Reise mit meinen drei Kindern alleine an, weil mein Mann bereits eine Woche davor vorgeflogen war, um alle Geschäftstermine vor unserem Eintreffen erledigen zu können.

Es war vereinbart, dass uns mein Mann mit einem Auto vom Airport abholen sollte. Aber durch den geänderten Flug, kamen wir an einem anderen Gate, als erwartet und auch zu einem anderen Zeitpunkt, an. Ich hatte zwar versucht meinem Mann im Hotel Bescheid zu sagen, hatte ihn jedoch leider persönlich nicht erreicht.

Nach den indischen Einreiseformalitäten, wo sich jeder Reisende beim Immigrationsoffice anmelden musste, ging`s weiter am Airport. Schier endlos wirkende lange Gänge zogen sich bis zur Gepäcksausgabe. Ich war ein wenig besorgt, ob unser Gepäck, nach dem Um- checken ins neue Flugzeug auch mit uns mitgekommen war. Eigentlich hätte das Gepäck vorübergehend bei „Lost and found“ zwischengelagert werden müssen, um dann von mir beim neuen Boardingschalter neu eingecheckt zu werden. Aber die Stewardess, welche die Aufgabe erhalten hatte, uns aus dem Flugzeug zu holen, hatte das Neu- einchecken von unserem gesamten Gepäck übernommen, weil sie mir helfen wollte. So stand ich da mit den 3 Jungs und wartete, bis endlich unser erster Koffer am Fließband zu sehen war. Alles OK! Nach und nach erschien auch der Rest unserer Gepäcksstücke. Wir verstauten unsere Koffer und Taschen auf zwei Gepäckswägelchen und schoben uns Richtung Ausgang. Jeder, der schon mal in Indien war, weiß, dass dies mitunter gar nicht so einfach sein konnte, weil in Indien stets Massen von Menschen unterwegs waren: auf den Straßen , den Bahnhöfen und auch am Flughafen.

Dann standen wir endlich vorne, vor der Glastüre. Sie ging auf und ein Schwall aus Luft, die erfüllt war von dieser einzigartigen indischen Duftmischung, stieg uns entgegen. Der Geruch von Blütenessenzen, Tabak und Bidis, exotischen Gewürzen, Fett und indischen Essen und Menschen! INDIEN- unverkennbar und einzigartig!

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